Veröffentlicht am Fr., 30. Okt. 2020 06:37 Uhr

"Suchet der Stadt Bestes", so lautete das Motto des Festgottesdienstes am 1. November 2020 mit dem die Vereinigung der beiden Kirchengemeinden Genezareth und Martin Luther zu der neuen Evangelischen Kirchengemeinde Martin-Luther-Genezareth gefeiert wurde.

Die Gemeindegebiete der beiden Gemeinden im Norden unseres Kirchenkreises stießen bisher an der Karl-Marx-Straße zusammen, nun reicht das Gemeindegebiet der neuen Gemeinde vom Tempelhofer Feld bis hinunter zur Harzer Straße knapp hinter dem Kanal. Nach schwierigen Jahrzehnten sind ihre Kieze heute angesagte Orte zum Wohnen und Feiern, in denen sich die Bevölkerung sehr wandelt. Die neue Gemeinde umfasst beinah 8000 Gemeindemitglieder und freut sich mit vereinten Kräften einen neuen Weg kirchlichen Lebens im Norden Neuköllns beschreiten zu können, nahe an den Menschen und neugierig auf das, was kommt.

Wie kam es zu dieser Fusion? Als im November vergangenen Jahres die Genezareth-Kirchengemeinde aus eigener Kraft keine Wahl zum Gemeindekirchenrat durchführen konnte, beauftragte der Kreiskirchenrat den von ihm eingesetzten Bevollmächtigtenausschuss mit der Gemeindeleitung. Dessen Anliegen in den vergangenen Monaten war es, für die Genezareth-Kirchengemeinde eine Möglichkeit zu finden, neue Stärke zu gewinnen und wieder ein attraktiver und lebendiger kirchlicher Ort zu werden.

Es zeigte sich, dass es für die Genezareth-Kirchengemeinde stimmiger war, den ursprünglich geplanten Weg der Fusion im Sprengel Nordwest-Neukölln zu verlassen und mit der Martin-Luther-Gemeinde an ihrer Seite einen neuen Weg zu beschreiten. Diese Entscheidung hatte auch zur Folge, dass der Sprengel Nordwest-Neukölln mit der Fürbitt-Melanchthon-Kirchengemeinde aufgelöst wurde.

"Die Sehnsucht nach Gott, nach Sinn ist auch heute noch vorhanden. Aber sie sucht neue Formen", sagte unser Superintendent Christian Nottmeier bei seiner Predigt im Festgottesdienst. "Lassen Sie uns Formen finden, die den Menschen hier im Norden Neuköllns, in den urbanen Räumen unserer Stadt gut tun. Lassen Sie uns den neuen Wegen vertrauen, lassen Sie uns gemeinsam Kirche und christliche Gemeinschaft bauen".

"Vertraut den neuen Wegen", so heißt das Lied von Klaus-Peter Hertzsch, das wir gern singen, wenn wir Menschen mit Gottes Segen auf neue Lebensabschnitte schicken. Dieses Mal gilt es für unsere Gemeinden: die neue Ev. Kirchengemeinde Martin-Luther-Genezareth ebenso wie die Fürbitt-Melanchthon-Kirchengemeinde.

Anja Siebert-Bright

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