Veröffentlicht am Mi., 6. Mai. 2020 10:31 Uhr

„Nähe und Trost“ – Pfarrer Ingo Arndt freut sich darauf, ab dem 10. Mai wieder Gottesdienste in der Kreuzkirche Königs Wusterhausen zu feiern:  

Nähe und Trost. Mit diesen beiden Worten lässt sich am kürzesten zusammenfassen wofür Kirche steht. Wir haben in den letzten Wochen sehr aufwendig über das Internet versucht, Nähe zu halten. Tägliche Onlineandachten, ein wöchentlicher Onlinegottesdienst, geöffnete Kirchen, Hausandachten … und doch wurde immer schmerzlicher bewusst, wie wichtig für diese Nähe das physische Zusammensein in der Kirche ist. Deshalb wurde es von unseren Gemeinden sehr begrüßt, als sich die Möglichkeit zum Halten von Gottesdiensten abzeichnete. Die Frage, ob wir jetzt schon wieder „analoge“ Gottesdienste halten wollen, hat sich für uns daher auch nicht wirklich gestellt. Lange beschäftigt hat uns dagegen das Wie. Wir wissen, die Hürden sind hoch und wir werden Abstriche an den gewohnten Formen machen müssen. Aber das nehmen wir in Kauf.  

Natürlich sind in unserer Kreuzkirche die räumlichen Bedingungen ideal. Sie ist die Kirche mit den meisten Sitzplätzen im Kirchenkreis. Abstand zu halten ist bei uns kein Problem. Schutzmasken und Desinfektionsmittel (auch Flächendesinfektionsmittel) haben wir schon bereitgestellt. Außerdem haben wir zehn Regeln zur Information für die Gottesdienstteilnehmer erarbeitet, und vor allem festgelegt, wer die Einhaltung dieser Regeln umsetzt und bei Zuwiderhandlungen das Hausrecht durchsetzt. Damit, finde ich, sind die äußeren Bedingungen verantwortungsvoll geklärt. Stellt sich noch die Frage nach den Menschen mit risikobehafteten Vorerkrankungen? Wir gehen davon aus, dass sich in den letzten Wochen ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken beim Zusammensein in Gruppen eingestellt hat. Trotzdem wollen wir auf diese Risiken auf unserer Homepage und per Pressemitteilungen nochmals hinweisen. Und wir haben die Menschen, die aus diesem Grund nicht in unsere Kirche kommen können, besonders im Blick: Am vergangenen Wochenende haben die Bläser unserer Gemeinden auf dem Außengelände vor einem Pflegeheim gespielt und dabei erlebt, wie die Bewohner*innen, die sehr unter der Isolation in der Coronakrise leiden, diese Form des Kontaktes genossen haben. Nun planen wir dort auch einen Open-Air-Gottesdienst.  

Nähe und Trost. Darauf freuen wir uns beim Gottesdienst am kommenden Sonntag in der Kreuzkirche. Aber wir haben bei den Onlineformaten der vergangenen Wochen auch einiges ausprobiert, was wir in diesen Gottesdienst mitnehmen werden. Wir werden uns kürzer halten als gewohnt: auf die Epistellesung verzichten, bestimmte liturgische Elemente weglassen und die Predigt verkürzen. Und da Gemeindegesang noch nicht wieder möglich ist, hören wir das Wochenlied instrumental. Kirchenmusikalische Akzente werden liebevoll vorbereitet, befreundete Musiker aus dem Umfeld der Gemeinde angesprochen. Auch über alternative Gottesdienstorte wird nachgedacht: Am Pfingstmontag ist ein Ausflugsgottesdienst unter freiem Himmel in Prieros geplant.

 

 

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