Veröffentlicht am Fr., 19. Jul. 2019 08:38 Uhr

Wie ist das Leben und das ganze Universum entstanden? Gibt es so etwas wie grundsätzliche Regeln, die das Zusammenleben der Menschen einfacher machen?  Was kann ich am Ende meines Lebens erhoffen? - Viele Fragen führen uns hin zu Gott.

In jeder Kultur und zu allen Zeiten wurden diese Fragen gestellt. Die Bibel erzählt von Menschen, die ihre Antwort auf diese Fragen bezeugen: Gott ist der Schöpfer. Er will, dass das Leben in Frieden und Gerechtigkeit gelingt. Bei ihm bleiben wir auch über den Tod hinaus der eine unvergängliche geliebte Mensch.

Wie kann man sich diesen Gott vorstellen? Gott ist nicht sichtbar und nicht vorzeigbar. Er ist kein gegenständliches Götzenbild. Andererseits können wir nur im Rahmen unserer menschlichen Möglichkeiten über ihn nachdenken und von ihm reden.

Gott begegnet uns in den Glaubenserfahrungen, die andere Menschen mit ihm gemacht haben und die davon in der Bibel erzählen. Und wir können im Gebet mit ihm reden wie mit einer Mutter oder wie mit einem Vater. Das ist - zugegeben - eine ziemlich personale Vorstellung von Gott. Aber es ist wohl die uns höchste Form des Vorstellbaren.

Sich Gott als etwas Abstraktes wie ein ewiges Prinzip vorzustellen, bleibt dahinter zurück. Eine personale (Hilfs-)Vorstellung aber eröffnet eine Beziehungsaufnahme. Diese Beziehung bedeutet Anrede, Anspruch, Dialog, bedeutet Leben.

Götzen kann der Mensch zur Seite rücken und austauschen, „ewige Prinzipien“ kann er in Formeln bringen und sich so davon sachlich distanzieren. Aber er kann sich in einer personalen Beziehung, deren Teil er ist, nicht vor Gott verstecken (wie Adam es im Paradiesgarten versuchte).

Gott wirkt in die Geschichte hinein, aber nicht in der Form, dass er alles bewegt und steuert wie in einem Marionettentheater. Er wirkt durch sein Wort und durch von seinem Wort bewegte Menschen.

Bei aller zugesagten Nähe bleibt uns Gott aber manchmal auch fremd und unverständlich. Er bestätigt nicht immer unsere eigene Weltsicht und unsere Deutung der Dinge. Du sollst dir kein Bildnis machen von Gott, so heißt es im ursprünglichen dritten Gebot.  

Gott lässt sich nicht festlegen auf unsere Vorstellung. Er bleibt ein kritischer Begleiter. Der hebräische Gottesname Jahwe bedeutet: Ich bin, der ich bin.

Pfarrer Erhard Wurst

(Foto: Wikipedia / Gemeinfrei)


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