Veröffentlicht am Mo., 12. Feb. 2018 11:06 Uhr

Die närrischen Tage endeten mit dem Aschermittwoch, der in diesem Jahr mit dem Valentinstag zusammenfiel. Nach dem Fest der Herzen und Blumen hat in diesem Jahr die Fastenzeit begonnen.

Es gibt vielfältige Formen die Fastenzeit zu gestalten und zahlreiche Wegweiser mit geistlichen und praktischen Impulsen bieten Begleitung an. Die Fastenzeit ist eine Zeit der Konzentration auf das, was mir wichtig ist. Einmal Absehen von dem, was zu viel, zu üppig und nicht notwendig ist. Platz schaffen für Lebendigkeit. Passion ist Leidenschaft und Hingabe.

Der Weg Jesu nach Jerusalem war von seiner Leidenschaft für das Leben gezeichnet. Für die Frauen und Männer, die mit ihm unterwegs waren, sind diese Tage die intensivsten gewesen. Sie erleben, dass der Sohn Gottes sich hingibt. Hingabe für Gott und für die Liebe, die uneingeschränkt den Menschen gilt. Die Trauer, ihn hergeben zu müssen ist so intensiv wie die Hoffnung, dass Jesus Christus das Leben der Welt unumkehrbar verändert hat.

Diese lebendige Hoffnung des Glaubens spüren wir in den Namen der sechs Sonntage der Passionszeit:
Invokavit – Gott ruft mich und hat mich im Blick;
Reminiscere – Gott, denk an deine Güte, die du uns versprochen hast!
Occuli – meine Augen sehen auf Gott;
Laetare - Freut euch!
Judika – Gott, schaffe mir Recht!
Palmarum - Palmenzweige zur Ehre dessen, der da kommt, der Herr.
Es ist eine intensive Zeit der Auseinandersetzung mit Gott.

Seine Freunde und Freundinnen wollen Jesus vor dem Tod retten – und lernen mühsam zu verstehen, dass dieser Tod aus Liebe zu Gott und zu den Menschen geschieht. Jesus stirbt, um den Tod zu entmachten. Der Tod hat keine Deutungsmacht mehr für das Leben. Das ist der österliche Durchbruch, der immer wieder neu errungen werden muss. Der Weg durch die Fastenzeit ist ein Weg der Vorfreude auf Ostern und ein Weg des ehrlichen Redens mit sich selbst – und mit Gott.

Das frühlingshafte Aufwachen der Natur stärkt unsere Sensibilität für die Schönheit des Lebens und macht unser Herz froh. Es gibt gute Gründe, sich über das Leben zu freuen und über die Kraft, die in uns steckt.

Ich wünsche Ihnen einen guten Weg durch diese Wochen hin zum Osterfest!

Mit dieser Kolumne verabschiede ich mich von Ihnen. Zum 1. März dieses Jahres endet mein Dienst. Es hat mir Freude gemacht, meine Gedanken zu den Kirchenjahreszeiten oder anderen Jahrestagen für Sie aufzuschreiben!  

Gott behüte Sie auf Ihren Wegen,

Ihre
Viola Kennert
Superintendentin

Kategorien Viola Kennerts Gedanken